Stolperstein-Gruppe trifft GrundschülerInnen - auch in Corona-Zeiten

29. Juni bis 2. Juli 2020

 

Wie bereits seit 2015 so gestaltete die Guntersblumer Stolpersteingruppe dieses Jahr zum sechsten Male wieder einen Vormittag in den 4. Klassen der Guntersblumer Grundschule. Zunächst hatte der Termin wegen der gesundheitlichen Risiken durch Corona auf der Kippe gestanden, doch am Ende entschieden Stolpersteingruppe und Grundschule gemeinsam, nicht auf die wichtigen Gespräche mit diesem Jahrgang verzichten zu wollen. Deshalb gab es ein ganz neues Konzept, das von den Schülerinnen und Schülern sehr interessiert mitgestaltet wurde.

Anstatt, wie bisher, das Schicksal und die Stolpersteine von verschiedenen Personen in Guntersblum kennenzulernen, wurde dieses Jahr das Schicksal der Familie Vogel intensiv vorgestellt. Im Julianenbrunnen unter freiem Himmel und mit genügend Abstand erfuhren die SchülerInnen vieles über das Schicksal von Lotte Vogel, deren Zweitwohnsitz in der Julianenstr. 2 war. Ihre Eltern wurden in Treblinka ermordet (für sie liegen zwei Stolpersteine), Lotte konnte jedoch, ebenso wie ihre beiden Schwestern, nach England flüchten. Lotte war nur wenige Jahre älter als die GrundschülerInnen, als sie ihre Eltern am Mainzer Hauptbahnhof zum letzten Mal sah. Das Schicksal von Lotte beschäftigte alle sehr und es entstanden viele Fragen zur NS-Zeit.

Zum Abschluss waren alle froh, dass wir jetzt in Deutschland durch unser Grundgesetz, aber auch durch die UN-Charta, in einem freien Land leben, in dem alle Menschen gleich sind. Dass dieser wertvolle Schatz bewahrt werden muss, nicht nur durch Erwachsene, das ist den ViertklässerInnen der Grundschule Guntersblum jetzt ganz bewusst.

   
© Stolpersteingruppe Guntersblum