Führung über den
jüdischen Friedhof Guntersblum
Sonntag, 25. Januar 2026, 15 Uhr
Die Stolpersteingruppe Guntersblum bot für alle Interessierten sowie für die diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden am Sonntag, den 25. Januar 2026, um 15 Uhr eine Führung über den jüdischen Friedhof Guntersblum an. Das Angebot wurde rege angenommen, und insgesamt fanden sich etwa 25 Personen ein, die mit großem Interesse den Schilderungen der Mitglieder der Stolpersteingruppe folgten.

Die erstmals 1736 urkundlich erwähnte jüdische Begräbnisstätte am westlichen Ortsrand von Guntersblum, neben der Ausfahrtsstraße nach Eimsheim/Uelversheim gelegen, besteht aus einem älteren, westlich gelegenen Teil und einer östlich gelegenen neueren Fläche. Diese Unterscheidung beruht auf einem im Jahr 1829 von der Ortsgemeinde durchgeführten Ausbau der Straße, bei dem ein Teil des Friedhofsgeländes zur Straßenseite hin verbaut wurde und der jüdischen Gemeinde somit für die Bestattung der Toten verloren ging.
Außerdem war es zwingend erforderlich, zur Straße hin eine Mauer zu errichten, damit der Friedhofshang nicht abrutschte. Es kam zu einem Streit über die Kosten dieser Mauer, doch schließlich blieb die jüdische Gemeinde auf den Kosten sitzen und bezahlte den Mauerbau vollständig selbst.
Im weiteren Verlauf der Führung wurden einige der noch vorhandenen Grabsteine sowie die Geschichte der Familien der dort beerdigten Menschen erläutert. Zu diesen Gräbern gehören unter anderem die Grabstätten der Eheleute Joseph und Jeanette Salm sowie der Eheleute Sigmund und Mathilde Oppenheimer.
Weitere Einzelheiten zu den teils hebräischen, teils deutschen und teils gemischten Inschriften wurden erläutert. Zudem gab es Informationen zur Verlegung eines Gedenksteins im Jahr 2023 durch die Stolpersteingruppe Guntersblum für die letzte nach jüdischem Ritus beerdigte Person im April 1936.
Viele Fragen der Besucherschaft konnten durch die Stolpersteingruppe noch beantwortet werden, bevor sich die Gruppe schließlich auflöste.






